Juni 13, 2024

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Rettung per Roboter: Ein Schwimmbad in Deutschland nutzt KI, um Ertrinken zu verhindern

Rettung per Roboter: Ein Schwimmbad in Deutschland nutzt KI, um Ertrinken zu verhindern

Menschen planschen und schreien selten viel, wenn sie ertrinken, ganz gleich, was auf den Bildern zu sehen ist. Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob jemand auf dem Wasser in ernsthafte Schwierigkeiten gerät.

Ein deutsches Schwimmbad testet ein Überwachungssystem, das mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) versucht, das Leben von Schwimmern zu retten.

Das Schwimmbad Kleinfeldsen in der Weststadt Wiesbaden verfügt über Innen- und Außenbecken. Seit August 2020 nutzt ein Hallenbad das neue System.

Der von einem israelischen Start-up erfundene KI-Mechanismus besteht aus vier Kameras, die einen Monitor erzeugen, der an der Decke eines 25 x 15 m großen Innenpools befestigt ist.

„Kameras erfassen Bewegungen im Wasser und zeichnen ein Bewegungsprofil auf, das mithilfe von KI analysiert wird“, sagt Thomas Baum, Betriebsleiter bei Mattiaqua, einem regionalen Schwimmbadbetreiber.

Wenn die Muster nicht als normal angesehen werden, alarmiert das System die Poolmitarbeiter über ihre Smartwatches. Die Uhr gibt einen lauten Piepton von sich und vibriert, sagt Shahabedin Khatibi, ein Bademeister, der seit seiner Einführung mit dem System arbeitet.

Auf dem Display der Uhr werden ein roter Punkt sowie drei Bilder angezeigt, um die genaue Position der in Not geratenen Person anzuzeigen.

Bademeister Shahabedin Kleinfeldsen steht unter einer KI-Kamera in einem Hallenbad.

Falscher Alarm

Anfangs gab es viele Fehlalarme, etwa wenn Schwimmer Rollkurven machten. „Mit der Zeit hat die KI gelernt, welche Bewegungen für Schwimmer normal sind und wann eine Person Probleme hat“, sagt Shahabedin und meldet sich nach jedem Alarm an den Computer zurück, damit dieser weiß, ob er die Situation richtig einschätzt.

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Nach Abschluss der Test- und Lernphase will Baum nun weitere Bäder und Badeanlagen in Wiesbaden nutzen. „In der nächsten Phase wollen wir den Nichtschwimmbereich und die Außenbecken ausstatten. Nächstes Jahr folgt das Thermalbecken“, sagt Pam.

Die Kosten variieren je nach Größe des Pools und der Anzahl der Kameras, aber laut Baum kostet der aktuelle Pool zwischen 32.000 US-Dollar (148.000 RM) und 42.000 US-Dollar pro Jahr.

KI ist nicht dazu gedacht, Personal oder Wasserrettungsdienste zu ersetzen, sondern dient als einziger Schutz für Personal und Schwimmer.

„Wenn es nur einmal alle zehn Jahre funktioniert und einem Menschen das Leben rettet, lohnt sich jeder investierte Cent“, sagt Baum.

Auch die Schwimmverfolgung profitiert von einer Operation. „Organisation ist unser drittes Auge. Besonders im Sommer, wenn 4.000 bis 6.000 Gäste gleichzeitig im Schwimmbad sind, ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​ ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​ Hilft es uns wirklich, an der Spitze zu bleiben? Wer ist der Schwimmaufseher?

Die Technologie erkennt nicht nur Menschen, bei denen die Gefahr des Ertrinkens besteht, sondern kann auch erkennen und einen Alarm auslösen, wenn kleine Kinder beim Schwimmen von ihren Eltern getrennt werden.

Das KI-System analysiert, wie viele Personen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Becken befinden und zeigt die Anzahl der Schwimmer im Wasser auf der Smartwatch an.

Wer sich Sorgen um die Datensicherheit macht, muss sich keine Sorgen machen, denn die Kameras erkennen nur die Umrisse von Personen.

„Es geht nicht um die Überwachung von Menschen, sondern um die Sicherheit der Badegäste“, sagt Baum.

Neben dem in Wiesbaden eingesetzten System bieten Hersteller auch KI-Systeme mit Kameras in Schwimmbädern an. „Eine solche Technik kann das Personal im Schwimmbad nicht ersetzen, aber durchaus eine wertvolle Ergänzung sein, um es zu unterstützen und Leben zu retten“, sagt ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

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Die Besatzungen können nicht alle auf einmal sehen, insbesondere in großen und tiefen Becken oder an einem geschäftigen Tag, sagt der Sprecher. Da Ertrinken oft geräuschlos geschieht, kann KI dabei helfen, die Aufmerksamkeit einer Person schneller zu erregen.

Unterdessen plant die nahegelegene Stadt Darmstadt nach Angaben einer Sprecherin noch in diesem Jahr die Anschaffung einer KI-Anlage in Nordbad.

Shahabedin Kleinfeldsen trägt in einem Hallenbad eine Smartwatch, die anzeigt, wie viele Menschen gerade im Schwimmbad schwimmen.Shahabedin Kleinfeldsen trägt in einem Hallenbad eine Smartwatch, die anzeigt, wie viele Menschen gerade im Schwimmbad schwimmen.

nicht geglaubt

Allerdings sind nicht alle Teiche in der Nähe davon überzeugt. In Fulta und Hessen teilte der Betreiber RonEnergy Fulta der dpa mit, dass in den drei städtischen Frei- und Hallenbädern der Stadt noch keine derartigen Anlagen im Einsatz seien.

Die Stadtwerke Gießen, Betreiber von drei Schwimmbädern, haben in ihren Bädern kein KI-basiertes System zur Schwimmbadüberwachung eingesetzt und planen dies auch nicht, so ein Sprecher.

Dies gilt für alle vier städtischen Schwimmbäder in Kassel. „Aus unserer Sicht ist die Sicherheitsqualität der bisherigen Systeme noch nicht ausgereift genug, um ihnen zu vertrauen“, sagt ein Sprecher des Statischen Werks Schloss. Sie seien auf geschultes Personal angewiesen, um die Sicherheit in den Schwimmbädern zu gewährleisten, fügt er hinzu.

Auch in der Tannus Therm in Bad Homburg kommt KI noch nicht zum Einsatz. „Da wir eine relativ überschaubare Therme mit einer Beckentiefe von 1,35 m sind, macht das durchaus Sinn. Allerdings sind die Kosten derzeit unverhältnismäßig“, sagt ein Sprecher und fügt hinzu, dass die Therme nun „noch weit davon entfernt“ sei, eine solche zu übernehmen Schritt. – dpa/Jana Klose

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