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Thecus: Netzwerkspeicher N2310 im Test

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Mit dem Netzwerkspeicher N2310 hat das Unternehmen Thecus in diesem Jahr ein kostengünstiges Einsteigermodell für zwei Festplatten auf den Markt gebracht. Der Hersteller bewirbt sein Modell als persönliche Cloud und behauptet, dass es sich um das beste NAS seiner Art handeln soll. In diesem Testbericht prüfen wir daher, ob sich die Aussagen des Herstellers bewahrheiten und geben euch einen Gesamteindruck zum Gerät wieder.

Einleitung

Seit der schnell voranschreitenden Entwicklung des Internets und von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets, wollen viele von uns ihre Daten immer abrufbar in ihrer Nähe wissen. Egal ob wir unseren Freunden unterwegs ein Foto zeigen, überall und zu jederzeit unsere Musiksammlung abspielen oder einfach nur einen Film unterwegs schauen wollen, wir wollen unsere Daten mit verschiedenen von einem Ort zentral abrufen können.

Bis heute gibt es zahlreiche Anbieter von Cloud-Speicher-Systemen, die unsere Daten gegen einen monatlichen oder jährlichen Betrag im Internet oder auf verteilten Servern speichern und dabei die ständige Verfügbarkeit garantieren. Mit dem Netzwerkspeicher N2310 will der Hersteller Thecus eine kostengünstige Alternative zu diesen anbieten, wodurch wir unsere eigenen Daten sowohl im eigenen Heimnetzwerk als auch über das weltweite Internet zur Verfügung stellen können.

Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich neben dem N2310 eine Installations-CD, ein Netzteil mit Steckverbindung, ein Netzwerkkabel und ein Schraubenset zur Befestigung der Festplatten. Damit liefert Thecus sein Modell mit dem wichtigsten Zubehör aus, um nach dem Auspacken und dem Aufbau direkt mit dem Gerät zu arbeiten.

 

N2310_Lieferumfang

Technische Details

Thecus verwendet beim N2310 einen AMCC APM Prozessor mit einem Kern und einer Taktrate von 800 Megahertz, welcher von einem halben Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. In die beiden Festplatten-Schächte können sowohl 2,5 als auch 3,5 Zoll Festplatten eingebaut werden. Für die Verbindung mit dem Internet verfügt das N2310 über eine ein Gigabit-Ethernet Netzwerkkarte. Über einen USB 3.0 Anschluss und einen USB 3.0 Anschluss lassen sich externe Geräte, wie etwa eine externe Festplatte, mit dem Gerät verbinden und als Sicherungsspeicher verwenden.

 

Technische Details

 

Äußerliche Beschreibung

Nach dem Auspacken des Netzwerkspeichers erkennen wir sofort die beiden Festplatten-Schächte auf der Vorderseite des N2310. Die beiden Einbauschächte sind mit Lufteinlässen ausgestattet und können über einen Hebelmechanismus geöffnet werden. Nach der Entnahme kommen die beiden Einbauschächte aus Plastik zum Vorschein, welche den Einbau von 2,5 und 3,5 Zoll Festplatten erlauben, allerdings nicht stabil wirken. Neben den Festplatten-Schächten befinden sich verschiedene Beleuchtungseinrichtungen, welche für die Anzeige des Betriebszustands, Informationen über die Netzwerkaktivität und des Festplattenstatus verantwortlich sind. Hier befinden sich auch der Power- und USB-Copy-Knopf. Die gesamte Vorderseite besteht aus Kunststoff und ist vollständig in einem matten schwarz gehalten.

 

N2310_Vorderseite

 

Das übrige Gehäuse besteht ebenfalls aus Kunststoff, wobei die verschiedenen Seiten mit einer glänzenden Oberfläche bedeckt sind. Auf den beiden Seitenteilen hat Thecus sein Herstellerlogo mittig platziert.

N2310_Seite

Auf der Rückseite des N2310 von Thecus befindet sich zunächst ein Lüfter mit einem Durchmesser von 50 Millimetern. Daneben befinden sich zwei USB-Anschlüsse sowie der Gigabit-Ethernet Anschluss. Ein Reset-Knopf und der Anschluss für die Stromversorgung komplettieren die Rückseite. Auffällig ist das Kensington-Lock System mit dem sich das NAS diebstahlsicher befestigen lässt.

N2310_Rueckseite

Installation und Inbetriebnahme

Nachdem wir das Thecus N2310 ausgepackt haben, können wir direkt mit dem Einbau der Festplatten beginnen. Hierzu benötigen wir einen Schraubenzieher und die mitgelieferten Schrauben. Zunächst entnehmen wir einen Festplattenschacht mit Hilfe des Hebel-Mechanismus und befestigen die erste Festplatte mit sechs großen Schrauben. Mit den großen Schrauben befestigen wir die Festplatte am Rahmenrand. Bei einer 2,5 Zoll-Festplatte benutzen wir die kurzen Senkkopfschrauben und montieren die Festplatte an der Unterseite des Schachtes. Anschließend stecken wir den Festplattenschacht in das Gehäuse zurück und wiederholen das Ganze bei der zweiten Festplatte.

Nach dem Einbau der Festplatten verbinden wir das Gerät mit dem mitgelieferten Netzwerkkabel an einen freien Port am Router und schalten unser Testmodell nach dem Anschließen des Stromkabels ein. Für die Erstinstallation benötigen wir einen Computer oder ein Notebook, auf welchem wir zunächst Thecus Intelligent NAS installieren. Diese Software ist dafür zuständig, dass der Netzwerkspeicher im Netzwerk gefunden wird und der Nutzer die Erstinstallation starten kann.

IntelligentNas

Bei der Installation des Netzwerkspeichers gibt es die Möglichkeit zwischen einer automatischen und einer manuellen Installation zu wählen. Für unseren Test haben wir uns auf die automatische Installation des Thecus N2310 konzentriert. Die automatische Installation eignet sich für Anwender, die zum ersten Mal einen eigenen Netzwerkspeicher ohne allzu großen Aufwand installieren wollen. Das System wählt dann automatisch den RAID-Modus aus, bei einer Festplatte geht es in den JBOD Modus, bei zwei Festplatten wird der RAID1-Modus vorkonfiguriert. Nach der Installation lässt sich die RAID-Konfiguration bei zwei Platten in Raid 0 oder 1 ändern.

Anschließend muss noch eine Thecus-ID erstellt werden, womit wir uns auch gleich anmelden müssen. Danach können wir auf die Benutzeroberfläche über einen Internetbrowser zugreifen und melden uns mit dem Standardbenutzer „Admin“ und dem Kennwort „admin“ an. Zuerst bekommen wir anhand eines blinkenden Icons in der Benutzeroberfläche angezeigt, dass wir das Betriebssystem des Netzwerkspeichers aktualisieren sollen. Nachdem wir dieses getan haben, können wir verschiedene Zusatzapplikationen auswählen. Zum Beispiel können wir einen dynamischen DNS-Service Provider einstellen, wodurch unser Netzwerkspeicher auch über das Internet erreichbar wird oder verschiedene Applikationen für die Medienwiedergabe installieren.

Insgesamt ist die Installation des Thecus N2310 auch für unerfahrene Nutzer machbar, auch wenn keine Installationsanleitung beiliegt oder im Internet zu finden ist. Durch den Hebelmechanismus wird der Einbau und der eventuelle Austausch von Festplatten erleichtert. Allerdings hängt die Dauer der Installation von der Geschwindigkeit und Größe der verwendeten Festplatten sowie dem ausgewählten Raid-Modus ab. In unserem Fall hat die Installation vom Einbau der Festplatten bis zum ersten Aufruf der Verwaltungsoberfläche etwa 20 Minuten angedauert. Die vom Hersteller versprochenen fünf Minuten Initialisierungszeit konnte das System in unserem Fall nicht einhalten.

Das ThecusOS

Nach der Installation kann das ThecusOS über den Internetbrowser aufgerufen werden. Der Aufbau der Verwaltungsoberfläche erinnert an eine Mischung aus dem Windows-Desktop und der Benutzeroberfläche eines Smartphones. Am rechten oberen Seitenrand befinden sich ein Hilfe-Knopf, ein Knopf zur Anzeige von Nutzerprotokollen und wie bei der Installation beschrieben ein Knopf für die automatische Aktualisierung des Netzwerkspeichers. Komplettiert wird diese Leiste mit den Einstellungen für den aktuell eingeloggten Benutzer.

Am Anfang ist der Großteil der Verwaltungsoberfläche noch leer und werden später Einstellungsoptionen angezeigt, die der Nutzer favorisiert. Um in die Einstellungen des Thecus N2310 zu gelangen, klicken wir auf das Zahnrad unter dem ThecusOS-Logo.

N2310_Benutzeroberfläche_ Admin

 

Basisfunktionen

Ohne die zusätzliche Installation von Thecus angebotenen oder Drittanbieter-Applikation besitzt unser Testmuster einige wichtige und nützliche Grundfunktionen wie etwa die Erstellung und Verwaltung von Benutzern und Benutzergruppen. Die Gruppen- und Benutzerrechte müssen dabei für jeden Ordner und seine Unterordner im Menüpunkt „Freigegebene Netzwerkordner“ eingestellt werden, wobei dies nur für die selbst erstellten Ordner möglich ist. Des Weiteren lassen sich auch Benutzerkontingente einrichten. Die Berechtigungen für die einzelnen Applikationen werden über die Rechte des Basissystems gesteuert.

N2310_Benutzer_Konfiguration

Des Weiteren ermöglicht das Thecus N2310 die Dateifreigabe im Netzwerk für Windows-, Mac- und Linux-Computer. Ebenfalls lässt sich mit wenigen Klicks ein FTP-Webserver aufsetzen und über das Internet aufrufen. Hierfür können in der Verwaltungsoberfläche Zugangsdaten für einen Dyndns-Dienst eingetragen werden und automatisch die entsprechenden Ports über EZ-Router freigegeben werden.

N2310_Netzwerkdienste

Für die Speicherverwaltung stehen zwei Manager zur Verfügung, mit denen der Status der Festplatten überwacht und die RAID-Konfiguration geändert werden kann. Zusätzlich stehen dem Benutzer bereits nach der Installation zahlreiche Backupfunktionen zur Verfügung, die wir in diesem Testbericht nicht näher betrachten werden. Unter anderem stehen Benutzer die Synchronisation per FTP oder Rsync sowie das zeitgesteuerte Sichern von entfernen Webservern zur Verfügung.

N2310_SpeicherverwaltungN2310_Festplattenverwaltung  N2310_RAID_Verwaltung

 

 

 

 

 

 

Mit Hilfe des Protokollmanagers lassen sich verschiedene Ereignisse und Fehler in der Verwaltungsoberfläche protokollieren und zur näheren Betrachtung exportieren.

N2310_Protokollmanager

Insgesamt decken die Basisfunktionen bereits einen Großteil verschiedener Nutzungsszenarios ab und ermöglichen den zentralen Zugriff auf die eigenen Daten über das lokale Heimnetzwerk oder das Internet. In unserem Testbericht haben wir bisher nur einige ausgewählte Funktionen angesprochen und es gibt sicherlich noch mehr nützliche Funktionalitäten, allerdings wollen wir es bei einem groben Überblick belassen. Insgesamt stattet Thecus sein N2310 mit einer recht umfangreichen Benutzeroberfläche aus, welche sehr einfach gestaltet wurde und die Benutzerführung auf den ersten Blick nicht immer erkennen lässt.

NAS-Apps

Wem die Einstellungsmöglichkeiten des Grundsystems nicht ausreichen, der kann sich weitere Applikationen herunterladen. Damit kann der Funktionsumfang des Thecus N2310 erweitert werden und sind für den Betrieb des Netzwerkspeichers unerlässlich. Zur Freigabe der Daten im Internet muss beispielsweise die Applikation WebDisk installiert werden. Für einen Webserver mit Datenbank muss die MySQL-Erweiterung heruntergeladen werden.

Die Qualität der zusätzlich Applikationen ist sehr unterschiedliche, weil sich die WebDisk beispielsweise bei neuen Daten nicht direkt aktualisiert und sich bei Anmeldeversuchen aufhängt. Leider gibt es nur wenige Drittanbieter-Applikationen, die mit unserer ThecusOS kompatibel sind. Die entsprechenden Applikationen, welche mit dem Thecus Netzwerkspeicher kompatibel sind, müssen vom Nutzer von der offiziellen Webseite zunächst heruntergeladen und anschließend auf den Netzwerkspeicher hochgeladen werden.

N2310_NAS-Apps

Multimedia-Funktionen

Über die offizielle Applikation „Plex“ lassen sich Mediendateien wie Fotos oder Videos eine Konsole oder den PC streamen. Dies funktioniert bei einem Gerät noch reibungslos, allerdings kann es bei mehreren Geräten zu Problemen führen, sodass in unserem Test das Abspielen von zwei Filmen auf unterschiedlichen Geräten nicht möglich war.

N2310_Plex_Mediaserver

Smartphone Apps rund um den Netzwerkspeicher

Unser Netzwerkspeicher lässt sich hauptsächlich über den Internetbrowser verwalten, allerdings können wir auch auf kostenlose Apps zugreifen, welche sowohl für Android als auch iOS-Geräte verfügbar sind. Auch wenn diese Apps nicht über denselben Leistungsumfang verfügen wie die Verwaltungsoberfläche, ermöglichen diese die mobile Datenverwaltung oder die Wiedergabe von Inhalten auch außerhalb des heimischen Netzwerks. Die Smartphone-Apps lassen sich nur nutzen, wenn die dazugehörigen Apps bereits auf dem NAS installiert ist.

N2310_Smartphone_Apps

Leistungsaufnahme

Thecus verspricht, dass das N2310 einen Stromverbrauch von fünf Watt hat. Die Aussage ist irreführend, da dies nur bei abgeschalteten Festplatten zutreffen kann. Dieser Modus wird jedoch von unserem System nicht unterstützt. Der Unterschied beim Verbrauch zwischen Vollast und Leerlauf ist bei unseren Messungen sehr gering ausgefallen.

 

N2310_Leistungsaufnahme

in Watt

Lese / Schreibraten

N2310_Leistung_Lesen-Schreiben

in Megabyte pro Sekunde

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Über mich: David

Ich interessiere mich bereits seit einigen Jahren stark für Computer und die Technologie die dahinter steckt aber auch sehr stark für Gaming. Aus diesem Grund befasse ich mich seit längerem schon mit der Hardware die hinter einem PC und der Software die hinter einem Spiel steckt und mir ist es eine Freude beides zu testen. Aus diesem Grund habe ich im Jahr 2014 angefangen für Gamoha.eu zu bloggen.

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